Turnerreise vom 10. und 11. Juli 2004
Von Florian Hodel
Bei strahlendem Regen trafen wir uns frühmorgens um 8 Uhr am Rickenbacher
Busbahnhof. Nachdem die letzten Anzeichen einer kurzen Nacht aus dem Gesicht
gerieben waren, traf auch schon das Postauto ein. Kaum sassen wir im Postauto,
musste der Chauffeur schon wieder heftig auf die Bremse treten: Da hat sich doch
tatsächlich ein Schlafsack geweigert mitzukommen! In Sursee angekommen,
bestiegen wir den Zug in Richtung Luzern. Nun hatten wir etwas Zeit um uns mit
dem Zmorge (Gipfeli mit Bier) für das kommende Abenteuer zu stärken.
Via Zug gings dann weiter nach Unterägeri. Dort war's natürlich schon wieder
Zeit für einen Apéro. Kiser wusste dabei seinen Heimvorteil auszunutzen und wir
konnten uns vor den lokalen Coiffeursalon platzieren. Jonny nahm dies natürlich
gleich zum Anlass um seine Qualitäten als Star-Figaro unter Beweis zu stellen.
Bald schon nahmen wir den Weg in Richtung Sod unter die Füsse. Vielleicht wären
einige beim Apéro nicht so "driigschosse", wenn sie gewusst hätten wie steil der
Aufstieg ist?! Die tolle Aussicht über See, Hügel und Berge entschädigten aber
für den ganzen Schweiss. Kaum brannte das Feuer, öffnete der Himmel erneut seine
Schleusen. Der Besitzer der dortigen Hütte hatte glücklicherweise Erbarmen mit
uns und so konnten wir die Zeit bis zum Bräteln im Trockenen verbringen. Das
Feuer reichte nicht nur zum Grillieren, wir haben mit unseren Rauchzeichen auch
beinahe Indianer angelockt. Pünktlich zur Essenszeit hörte dann der Regen wieder
auf.
Nachdem die Mägen gefüllt waren, machten wir uns wieder auf die Socken den
Berg runter und dem See entlang zum Restaurant Morgarten. Zur Entlastung der
Füsse legten wir die Etappe nach Oberägeri mit dem Bus zurück. Nach einem kurzen
Auslaufen trafen wir dann bei Roggenmoser's ein. Die Älplermagronen zum Znacht
schufen wieder Boden für das Abendprogramm. Dieses bestand aus Jassen,
Kartenblasen und dem obligaten Mitternachts- Barbecue. Passend zu den
Rauchzeichen am Mittag, legten wir uns schliesslich in den beiden Tipis zum
schlafen nieder.
Aufgrund des schlechten Wetters wurde die Sonntags- Tagwacht erst auf 10 Uhr
angesetzt. Nach dem Morgenessen wagten wir dann noch die Wanderung zum Grümel:
Godi & Josy's Ausflugsbeiz. Nach einer kurzen Ehrenrunde trafen wir dann
auch tatsächlich dort ein. Mit einem letzten Blick über die schöne Landschaft
und ein paar "Grümel- Kafis" verabschiedeten wir uns vom Ägerital. Nach dem
Abstieg von der Untertann bestiegen wir dann, um einige Eindrücke reicher, den
Bus in Oberägeri und traten die Heimreise an.
Trotz Wetterpech erlebten die 13 Teilnehmer zwei wunderschöne aber auch recht
anstrengende Tage. Darum gingen nach dem Eintreffen in Rickenbach alle direkt
nach Hause und wahrscheinlich träumten in der folgenden Nacht einige von
endlosen Märschen, wunderbaren Aussichten, schottischen Hochlandrindern, Tipis,
Lagerfeuern, Cowboy Godi, niemals versiegenden Bierquellen und saftigen Steaks;
kurz von einem grossen Abenteuer.
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